Viele lieben sie als schmuckes Stück, einige hassen sie, die Krawatte und verfluchen vor allem bei heißem Wetter denjenigen, der diesen „Würger“ erfunden hat.
Auch wenn historisch vorgebildete Krawattenhasser ihren Unmut an die römischen Legionäre richten, ist dies die falsche Adresse. Zwar gilt die römische Trajanssäule aus dem 2. Jahrhundert einigen als die erste Abbildung einer Krawatte, doch der unvoreingenommene Betrachter erkennt klar ein banales Halstuch, das - historisch belegt - obendrein auch noch die Funktion eines „Schlabberlatzes“ hatte.
Zwar hat bisweilen die Krawatte auch heute noch diese Aufgabe, das aber eher unfreiwillig - und nicht gerade zum Vergnügen des Trägers. Nein, wer sich über die Krawatte beschweren will, der muss seinen Blick gen England richten. Dort kamen edle Halstücher als Vorläufer der Krawatte in Mode. Und zwar am Hof des Königs Charles II in der Mitte des 17. Jahrhunderts.
Doch die Krawatte selbst ist jüngeren Datums. Als ihr Geburtstag gilt der 25. Juni 1880. An diesem Tag gaben Mitglieder des Oxford University´s Exeter College bei einem Schneider etwas in Auftrag, was sie zuvor selbst kreiert hatten: Sie hatten sich die Hutbänder ihrer Strohhüte mit einem einfachen Knoten um den Hals gebunden – und so die erste Clubkrawatte erschaffen. Der Schneider fertigte die ersten Binder, die erregten großes Aufsehen bei anderen englischen Clubs und Schulen - und so wurde eine regelrechte Modewelle ausgelöst, die bis heute nicht verebbt ist.
1900 kamen die ersten gemusterten Krawatten in den Handel, als „Macclesfield tie“, benannt nach einer Stadt im Nordwesten Englands, in der aus hochwertiger Rohseide aus Indien und China gemusterte Krawatten hergestellt wurden. Männer aus der ständig wachsenden Mittelschicht stürzten sich auf die edlen Binder – und trugen sie als Zeichen, es zu etwas gebracht zu haben. Und bis heute hat die Krawatte auch etwas von einem Statussymbol behalten.












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