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Olaf am Dienstag, 28. Oktober 2008

Erst Veredelung macht aus Hemden edle Oberhemden; © Branislav Ostojic
Ein edles Herrenhemd ist nicht von allein aus schön. Abgesehen von den verschiedenen Stoffen und deren unterschiedlichen Qualitäten, gibt es einige Verfahren, mit denen Herrenhemden bearbeitet werden können. Hersteller von hochwertigen Hemden, wie etwa die der Boss-Hemden fassen diese Verfahren unter dem Begriff der Veredelung zusammen.
So gibt es etwa die „Pflegeleicht-Veredelung“, die auch „Easy Care“ genannt wird. Die Zellulose-Moleküle der Naturfaser, genauer deren Hohlräume, werden mit Kunstharzen aufgefüllt. Das Gewebe wird dadurch elastischer und knittert nicht mehr so schnell. Die Faser verliert zwar etwas an Festigkeit und Sauvermögen, aber das ist kein Nachteil, denn sie trocknet dadurch wesentlich schneller. Die Pflegeleicht-Veredelung kommt vor allem bei Baumwolle und bei dem schnell knitternden Leinen zum Einsatz.
Noch einen Schritt weiter geht die „Bügelfrei-Veredelung“, die auch als „Non-Iron“ bezeichnet wird. Auch hier werden die Hohlräume der Zellulose-Moleküle mit einer Flüssigkeit ausgefüllt, aber nicht mit Kunstharz, sondern mit Flüssig-Ammoniak. Dadurch nimmt die Quellfähigkeit der Faser ab, sie verknittert noch weniger. Der Stoff wird dadurch bügelleicht oder bügelfrei. Auch hier gehen Saugvermögen und Festigkeit verloren. Es sind vor allem dicht gewebte, schwere Baumwoll-Stoffe, die mit Ammoniak behandelt werden. Allerdings sind die Stoffe nachher nicht mehr so atmungsaktiv.
Beim sogenannten Merzerisieren wird Baumwolle mit Natronlauge behandelt. Dies führt zu dem typischen Glanz von Qualitätshemden und zu einer hohen Festigkeit.
Zum gleichen Ergebnis führt das Gassieren. Hierbei werden die abstehenden Faserhärchen abgeflammt. Dadurch entsteht – ähnlich wie beim Merzerisieren – ein leichter Glanz. Dieses Verfahren ist auch nur bei Baumwolle sinnvoll und möglich.
BerĂĽchtigt ist das Einlaufen von Herrenhemden, die zuvor noch tadellos gesessen haben. Um dies zu verhindert, wird die Kleidung oft schon beim Hersteller gekrumpft. Krumpfen bedeutet nichts anderes als ein kontrolliertes Einlaufen. Bei diesem Verfahren wird ĂĽbrigens keine Chemie verwendet. Der Stoff - in der Regel Baumwolle - wird ausschlieĂźlich durch Hitze, Druck und Feuchtigkeit gekrumpft.